Neulich beim Netzwerken. Jemand fragt mich: „Was ist denn der ROI von Speaker-Training?“
Ich hätte jetzt sagen können: „Studien zeigen…“ und dann irgendwelche Zahlen zitieren, die nach mehr aussehen als sie sind. Hab ich nicht. Denn die Frage ist falsch.
Obwohl es tatsächlich ein paar Hochrechnungen gibt: 4,5 Millionen Dollar täglich durch schlechte Präsentationen, heißt es. Basierend auf wilden Annahmen, nicht auf Messungen. McKinsey-Umfragen berichten von geschätzten 25% Produktivitätssteigerung durch bessere Kommunikation – aber das sind gefühlte Wahrheiten, keine harten Daten.
Die eigentliche Frage ist: Warum tut es nicht weh, schlecht zu präsentieren? Und warum investieren so viele erst dann in ihre Speaker Skills, wenn der Schaden schon entstanden ist
Der wahre Grund, warum Menschen NICHT in ihre Speaker-Performance investieren, ist nicht fehlender ROI-Beweis. Es ist, dass es im Alltag nicht wehtut.
Die zwei Welten der Speaker-Performance
Es gibt zwei Welten:
- Welt 1 (Alltag): Interne Meetings, Standard-Konferenzen – hier fällst du nicht auf
- Welt 2 (High-Stakes): Investor-Pitches, große Bühnen – hier entscheidet sich alles
Welt 1: Das Mittelmaß-Biotop
Dein Alltag sind interne Präsentationen, Team-Meetings, Standard-Konferenzen. Und hier sind alle relativ schlecht, und genau deshalb fällst du hier auch nicht auf. Es tut nicht weh, hier schlecht zu performen. Manchmal sogar im Gegenteil, so fällst du auch nicht besonders auf.
Hier lesen alle ihre Folien vor, alle tigern, alle labern, wenn sie denken, das baut Spannung auf. Solange das Mittelmaß der Standard ist, bist du safe. Du musst nicht gut sein. Du musst nur nicht schlechter sein als die anderen – und das schaffst du locker.
Kein Leidensdruck = Keine Investition!
Welt 2: High-Stakes-Momente
Der Investor-Pitch. Die Board-Präsentation. Die große Bühne bei OMR oder DMEXCO. Das Recruiting-Gespräch für die neue Führungsposition.
Hier fällst du sofort auf.
Hier entscheidet nicht, ob du besser bist als der Durchschnitt. Hier entscheidet, ob du überzeugst. Ob du mitreißt. Ob deine Message ankommt. Du verlierst – und weißt oft nicht mal warum. War es die Idee? Das Timing? Der Markt?
Nein. Es war, wie du performt hast.
Aber: man redet einfach nicht drüber und was nicht besprochen wird, findet auch nicht statt.
Das Problem
Du lebst 90% deiner Zeit in Welt 1. Deshalb denkst du, es läuft.
Aber die 10% in Welt 2? Die entscheiden über alles. Den Deal. Die Karriere. Den Impact. Die Sichtbarkeit. Das Vertrauen.
Und weil Welt 1 häufiger ist als Welt 2, merkst du nicht, wie viel du verlierst.
Warum die meisten nicht kommen (obwohl sie sollten)
Die, die ihre Speaker-Fähigkeiten ausbauen, tun das:
Weil sie in Welt 2 verloren haben – und es wissen. Weil sie spüren, dass sie weniger liefern als sie könnten. Weil sie Lust haben, mehr zu bewegen. Weil sie auf die Bühne müssen und das gerne gut machen würden – aber Angst davor haben.
Sehr viele, die auf großen Bühnen stehen, kommen nicht.
Warum nicht?
Angst! Angst, dass wenn sie einmal anfangen, an ihrer Performance zu arbeiten, das ganze Kartenhaus zusammenbricht.
„Wieso? Hat doch bisher gut geklappt.“
„Meine Kollegen haben immer gesagt, wie toll ich war.“ (Das war Welt 1.)
„Warum soll ich da Geld reinstecken? Und auch noch Zeit?“
Je größer die Bühne, desto größer die Vermeidung. Weil die Investition bedeuten würde: Ich gebe zu – vor allem vor mir selber – , dass ich nicht perfekt bin.
Das ist der eigentliche Kostenpunkt. Nicht die Euro’s für ein Training oder Coaching. Sondern die verpassten Chancen in Welt 2, weil du dich in Welt 1 sicher fühlst.
Der ROI, den niemand berechnet
Für die, die NICHT investieren, stellt sich die Frage anders:
Wie viele Investoren hättest du überzeugt, wenn dein Pitch nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Präsentation gesessen hätte? Wie viel schneller hätte dein Board „Ja“ gesagt, wenn du sie nicht nur informiert, sondern mitgerissen hättest? Wie viel mehr Impact hätte deine Forschung gehabt, wenn die Message nicht nur gut, sondern auch verstanden worden wäre?
Aber es geht nicht nur um dich.
Es geht auch um die 200 Menschen vor der Bühne. Die WOLLEN deine Info. Die quälen sich durch deine 24 Minuten. Weil du zu leise oder zu monoton sprichst, tigerst, weil du laberst, deine Folien vorließt, nicht merkst, dass du dein Publikum längst verloren hast.
Rechne mal:
200 Menschen × 24 Minuten = 80 Stunden verschwendete Lebenszeit. In EINER Präsentation.
Das ist der ROI, den wir nicht messen: Nicht nur deine verpasste Wirkung in Welt 2. Sondern die kollektive Zeitverschwendung aller, die dir zuhören mussten.
Warum wir das nicht messen (wollen)
Weil Welt 1 es unsichtbar macht.
Solange der Alltag nicht wehtut, fällt nicht auf, was die High-Stakes-Momente kosten. Niemand rechnet nach einer gescheiterten Board-Präsentation aus: „Das hat uns den 3-Millionen-Deal gekostet.“ Man sagt: „War wohl nicht der richtige Zeitpunkt.“
Niemand sagt nach einer Keynote: „Das waren 80 verschwendete Arbeitsstunden.“ Man sagt: „War okay.“
Wir halten das Problem höflich unsichtbar. Und deshalb bleibt Speaker-Performance ein „nice to have“.
Was hilft? Die Forschung zu Communication Skills Training zeigt: 93% der Studien belegen messbare Skill-Verbesserung, 96% zeigen höheres Selbstvertrauen. Das Problem ist nicht, dass Training nicht wirkt. Das Problem ist, dass es niemand ernst nimmt – bis es zu spät ist.“
Und was ist jetzt mit dem ROI?
Ich glaube, die Frage ist gar nicht, ob ich den ROI beweisen kann. Die Frage ist: Willst du dir leisten, weiter in Welt 1 zu leben und in Welt 2 zu verlieren?
Ich kann dir keine Excel-Tabelle geben, die das beweist. Aber ich kann dir sagen: Jeder, der auf einer Bühne steht und weiß, dass er nicht liefert, kennt diese Zahl. Sie fühlt sich an wie: verschwendete Zeit, verpasste Wirkung, ungenutztes Potenzial.
Und das lässt sich nicht in Euro messen. Aber du spürst es trotzdem.
Wenn du merkst, dass du in Welt 1 lebst – aber in Welt 2 verlierst: Dann ist jetzt der Moment, das zu ändern.
Such dir jemanden, der dir dabei hilft. Und wenn du denkst, ich könnte das sein – dann lass uns reden. Dann schauen wir gemeinsam, ob die Speaker Masterclass der richtige Schritt für dich ist.




